Familienbuch Euregio

Hilde Friedberger
* 11.11.1910 jd Rheine    + Auschwitz
Beruf: Kontoristin 
Im Schuljahr 1927/1928 wechselte Hilde Friedberger vom Schiller-Gymnasium auf das Städtische Goethe-Oberlyzeum zu Dortmund, dem heutigen Goethe-Gymnasium. 1929/1930 besuchte Hilde eine Höhere Handelsschule in Dortmund. Wahrscheinlich arbeitete Hilde im Anschluss an ihre schulische Ausbildung bis 1933 bei der Firma Adrema. Es folgten Tätigkeiten in Büros verschiedener jüdischer Anwälte. Laut der Beitragsübersicht der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte war Hilde bis 1941 beschäftigt, zuletzt bei der Reichsvereinigung der Juden in Bielefeld. 
Nach Aussage von Hilde's Schwester Gerda war Hilde sehr aktiv im Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime. Sie versuchte, vielen jüdischen Mitbürgern zur Flucht aus Deutschland zu helfen. 
Im biographischen Lexikon von Gisela Möllenhoff / Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster, ist über Hilde Friedberger zu lesen: »Im Januar 1940 hatte Hilde Friedberger ihren Wohnsitz in Dortmund und fuhr täglich nach Münster, wo sie für den "Jüdischen Rechtskonsulenten" Dr. Erich Simons arbeitete. Im Juni 1942 zog sie nach Münster und wohnte im "Judenhaus" am Kanonengraben 4. Zusammen mit der Familie von Dr. Simons verzog sie im Dezember 1942 noch zur Ludgeristraße 110, Münster, was sie "der Ordnung halber" der Devisenstelle Münster am 21.12.1942 mitteilte. Vom 4.3.1943 bis zu ihrer Deportation lebte sie noch zwei Monate in Bielefeld, Laerstraße 9, wo sie für die Bezirksstelle Bielefeld der "Reichsvereinigung der Juden in Deutschland" tätig war. In einem Transport mit Dr. Simons und seiner Familie wurde sie am 12.5.1943 ins Ghetto Theresienstadt deportiert.« 
Vom [Stadtarchiv] Bielefeld ist über Hilde's Deportation zu erfahren: »Am 12. Mai 1943 wurden aus dem Gestapo-Bezirk Münster 40 Jüdinnen und Juden nach Theresienstadt deportiert, 29 davon aus Bielefeld. Es handelte sich nach den Auswahlbestimmungen vom 20. Februar 1943 um über 65jährige, Inhaber des Verwundetenabzeichens, Kriegsdekorierte und sonstige „Bevorzugte“. 16 der 19 deportierten Juden waren Pfleglinge oder Personal des „Alters- und Siechenheims“ Schloßhofstr. 73a. Sammelpunkt war das Gebäude des Gesellschaftsclubs „Eintracht“. Wahrscheinlich überlebten nur vier Verfolgte diese Deportation.« Das genaue Todesdatum von Hilde ist nicht bekannt. 
[Stadtarchiv] Dortmund [Stadtarchiv] Bielefeld 
[Gedenkbuch] Hilde Friedberger, *11.11.1910 Rheine, wohnhaft in Dortmund, Bielefeld und Münster; Deportation am 12.5.1943 ab Münster nach Theresienstadt, am 9.10.1944 nach Auschwitz 
Opfer der Shoa
Eltern: Julius Friedberger und Karoline Baum
Schul-Stammblatt Hilde Friedberger 1928

 
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