Familienbuch Euregio

Albert Friesem
* 04.10.1862 jd Burgbrohl    + 06.08.1926 Solingen
Beruf: Schrotthändler 
[Hoenig] S. 532, 509, Albert Friesem, *04.10.1862 Burgbrohl, +06.08.1926 Solingen, Ehemann von Eva Hva Pütz; Sohn von Joseph Friesem und Gudula Friesem 
Eltern: Joseph Friesem und Gudula Friesem
Eva Pütz
* 29.06.1862 jd Hersel    + 22.09.1942 Theresienstadt
[VK] Peter Meschenich 2019 [Geburtsurkunde] Hersel 1862/78, Eva Pütz, *29.6.1862 Hersel, Tochter von Hermann Pütz, 42 Jahre alt, Handelsmann und Gudula Weber, 42 Jahre alt, Randvermerke: Ehe geschlossen am 6.8.1888, StA Köln-Mitte Nr. 680/88; verstorben am 23.9.1942 in Theresienstadt, SonderStA Arolsen Kr.Waldeck I Nr. 639/55 
[Hoenig] S. 532, Eva Hava Pütz, *29.06.1862 Hersel, deportiert nach Theresienstadt; Ehefrau von Albert Friesem 
[Theresienstadt] Ghetto Theresienstadt, Todesfallanzeige, Eva Friesem geb. Pütz, *29.6.1862 Hersel, Witwe, Kennkarte ausgestellt in Solingen, zuletzt wohnhaft in W.-Elberfeld, Straße der USA 73; in Theresienstadt wohnhaft in Gebäude Q 509; verstorben am 22.9.1942 in Theresienstadt; keine Angehörigen aufgeführt; der Familienname wurde korrigiert von Friesen laut Deportationsliste in Friesem laut Kennkarte und Unterschrift (Vermerk vom 23.9.1942). 
[Gedenkbuch] Eva Friesem geb. Pütz, *29.6.1862 Hersel, wohnhaft in Stuttgart und Solingen; deportiert am 21.7.1942 ab Düsseldorf nach Theresienstadt; verstorben am 22.9.1942 in Theresienstadt 
[YadVashem] Eva Hava Friesem geb. Pütz, geb. in Köln, wohnhaft in Solingen; umgekommen in der Shoa; Ehefrau von Albert Friesem, 5 Kinder; Gedenkblatt 1999 eingereicht von Arie Eitan Friesem, einem Verwandten, Israel 
[Biografie] Stolpersteine Solingen, Eva Friesem geborene Pütz, geboren: 29. Juni 1865 in Hersel, gestorben: 23. September 1942 im KZ Theresienstadt. Mit ihrem Mann, dem ebenfalls jüdischen „Althändler" Albert Friesem hat sie fünf Kinder. Im April 1905 zieht die Familie von Köln nach Solingen und erwirbt in der Kronprinzenstraße 7 ein Haus. Albert Friesem betreibt fortan in der Klingenstadt eine Schrotthandlung. Eva Friesem, bei der seit Juli 1934 wieder ihre Tochter Paula Strauss wohnt, meldet sich 1939 von August bis Oktober nach Köln ab, im Januar und Februar 1940 lässt sie sich dort im Jüdischen Krankenhaus behandeln. Im Juni 1940 reist sie für zwei Monate nach Stuttgart, wo zu dieser Zeit ihre Tochter Hedwig und ihr Mann Gustav leben. Von November 1940 bis Februar 1941 besucht sie in Werl wahrscheinlich ihre Tochter Elfriede. Von Mai bis August 1941 hält sie sich wiederum in Stuttgart auf. Am 17. Oktober 1941 zieht Eva Friesem laut Einwohnermeldekartei zusammen mit ihrer Tochter Paula in die Walder Straße 58 um. Nur wenige Tage später, am 25. Oktober 1941, wird die 76jährige dann zwangsweise im Jüdischen Altersheim in Wuppertal untergebracht, ihre Tochter einen Tag später nach Lodz deportiert. Möbel und Hausrat der beiden werden beschlagnahmt. 1942 verschleppen die Nationalsozialisten Eva Friesem schließlich von Wuppertal aus in das Ghetto Theresienstadt, wo sie am 23. September 1942 stirbt. 
Opfer der Shoa
Eltern: Hermann Pütz und Gudula Weber
Link: Ghetto Theresienstadt, Todesfallanzeige von Eva Friesem geb. Pütz
  06.08.1888 Köln
[VK] Peter Meschenich 2019 [Geburtsurkunde] Hersel 1862/78, Eva Pütz, Randvermerk: Ehe geschlossen am 6.8.1888, StA Köln-Mitte Nr. 680/88 
5 Kinder
Paula Friesem
* 25.03.1889 jd Köln   
[Hoenig] S. 534, Paula Friesem, geb. in Solingen, Ehefrau von (1) Adolf Strauss, (2) NN Schwidden; Tochter von Albert Friesem und Eva Pütz 
[Biografie] Stolpersteine Solingen, Paula Friesem, *25.03.1889 Köln, Tochter von Albert Friesem und Eva Pütz. Als erstes der Kinder verlässt 1910 Tochter Paula das Elternhaus. Paula stirbt ebenfalls im Holocaust. 
oo (1) mit Adolf Straus 
oo (2) mit NN Schwidden 
Opfer der Shoa
Frieda Friesem
* 04.02.1891 jd Lennep   
Beruf: Modistin 
[Hoenig] S. 534, Frieda Friesem, geb. in Solingen, wohnhaft in Werl; Ehefrau von Josef Hesse; Tochter von Albert Friesem und Eva Pütz 
[Biografie] Stolpersteine Solingen, Elfriede Friesem, *04.02.1891 Lennep, Tochter von Albert Friesem und Eva Pütz. Elfriede, in der Einwohnermeldekartei als „Modistin" eingetragen, geht 1922 unmittelbar nach ihrer Hochzeit zusammen mit ihrem Mann, dem Viehhändler Josef Hesse (geboren am 4. September 1888 in Werl), in dessen Heimatstadt. Josef Hesse stirbt nach dem Nachtrag in der Heiratsurkunde am 30. Januar 1940 in Werl. Elfriedes Schicksal ist dagegen ungeklärt, ihr Tod wird später vom Amtsgericht Werl auf den 31. Mai 1945 festgelegt. Vermutlich stirbt auch sie durch eine nationalsozialistische Gewalttat. 
oo 1922 mit Josef Hesse 
Opfer der Shoa
Hedwig Friesem
* 09.06.1895 jd Remscheid   
[Hoenig] S. 539, Hedwig Friesem, geb. in Solingen, umgekommen im Holocaust; Ehefrau von Gustaf Blum; Tochter von Albert Friesem und Eva Pütz 
[Biografie] Stolpersteine Solingen, Hedwig Friesem, *09.06.1895 Remscheid, Tochter von Albert Friesem und Eva Pütz. Hedwig, die sich zwischen 1911 und 1921 als Dienstmädchen in verschiedenen deutschen Städten aufhält, heiratet 1921 den Gastwirt Gustav Blum (geboren am 25. Januar 1879 in Freiburg) und verzieht mit ihm nach Oberhof in Thüringen, wo er ein Hotel übernimmt. In Erfurt wird dem Ehepaar 1926 ein Sohn geboren. Hedwig und Schwiegersohn Gustav Blum werden laut Informationen der Gedenkstätte Yad Vashem von Stuttgart aus am 1. Dezember 1941 nach Riga deportiert und sterben in Litauen. Beide werden nach einem Nachtrag auf der Solinger Heiratsurkunde später vom Amtsgericht Stuttgart für tot erklärt: Gustav auf den 8. Mai 1945, Hedwigs Todestag wird auf den 1. Dezember 1941 festgesetzt. Der 1926 geborene Sohn der beiden teilt vermutlich das Schicksal seiner Eltern. Laut Yad Vashem wird von Stuttgart aus auch ein Leopold Blum nach Riga deportiert, sein Geburtsjahr wird mit 1926 angegeben. Er kommt in Litauen ums Leben. 
[Gedenkbuch] Hedwig Blum geb. Friesen (!), *9.6.1895 Remscheid, wohnhaft in Oberhof und Stuttgart; deportiert am 1.12.1941 ab Stuttgart nach Riga-Jungfernhof, Außenlager Ghetto Riga; für tot erklärt 
[YadVashem] Hedwig Blum geb. Friesem, geb. in Solingen, wohnhaft in Oberhoff; umgekommen in der Shoa; Ehefrau von Gustaf Blum, 2 Kinder; Tochter von Albert Friesem und Eva Hava Pütz; Gedenkblatt 1999 eingereicht von Arie Eitan Friesem, einem Verwandten, Israel 
Opfer der Shoa
mit Gustav Blum
Kinder: Leopold
Alfred Friesem
* 18.03.1899 jd Remscheid   
[Hoenig] S. 539, Alfred Friesem, geb. in Solingen, Sohn von Albert Friesem und Eva Pütz; he ran away from home and was never heard from again. 
[Biografie] Stolpersteine Solingen, Alfred Friesem, *18.03.1899 Remscheid, Sohn von Albert Friesem und Eva Pütz. Alfred Friesem, der sich 1914 als kaufmännischer Lehrling zwei Jahre lang in Osnabrück aufhält, verlässt Solingen 1920 mit unbekanntem Ziel. Er wird 1934 für tot erklärt, wobei der Todestag auf den 31. Dezember 1930 festgesetzt wird.
Walter Friesem
* 01.09.1900 jd Remscheid    + 02.02.1970 Naharija
Naftali Friesem 
Beruf: Schrotthändler, Fuhrmann 
[Hoenig] S. 534, 989, Walter (Naftali) Friesem, *01.09.1900 Solingen, +02.02.1970 Naharija, Israel; Heirat am 21.11.1926 in Köln mit Selma Hirsch; Sohn von Albert Friesem und Eva Pütz 
[Biografie] Stolpersteine Solingen, Walter Friesem, *01.09.1900 Remscheid, Sohn von Albert Friesem und Eva Pütz. Sohn Walter, in seiner Jugend ein erfolgreicher Langstreckenläufer und Handballer beim BSV Solingen 98, bleibt im Hause der Eltern zurück und lernt vermutlich im Betrieb des Vaters. Als Albert Friesem am 6. August 1926 stirbt, übernimmt Walter den Schrotthandel des Vaters. Er heiratet die am 4. Oktober 1901 in Polch im Kreis Mayen geborene Selma Hirsch, die 1928 zu ihm und seiner Mutter in die Kronprinzenstraße 7 zieht. Am 20. April 1928 wird die Tochter Helga und am 4. November 1930 der Sohn Albert Josef geboren. Bis 1933 bietet der Schrotthandel, in der die Ehefrau und wohl auch die Mutter mitarbeiten, der Familie eine Lebensgrundlage. Nach der „Machtergreifung" leidet der Betrieb dann zunehmend unter dem Boykott der Nationalsozialisten. Schon 1934 muss Walter das Geschäft aufgeben, es wird nach seinen Angaben, die er später im Zuge der Wiedergutmachung leistet, von der Fa. Pickard übernommen. Das Grundstück geht vermutlich auf die Stadt Solingen über. Im Juni 1934 meldet sich Walter Friesem in die Tschechoslowakei ab, um sich dort für die spätere Arbeit im Kibbuz als Landwirt umschulen zu lassen. Im Februar 1935 reist er mit seiner Familie über Österreich nach Triest, von wo aus sie mit dem Schiff nach Palästina emigrieren. Walter arbeitet zunächst als Plantagenarbeiter, 1941 meldet er sich als Freiwilliger zur Britischen Armee. In Palästina wird dem Ehepaar ein drittes Kind geboren. Walter Friesem überlebt mit seiner Familie den Zweiten Weltkrieg. Nach seiner Demobilisierung arbeitet er in Palästina als Fuhrmann. 1956 besucht er mit seiner Frau - vermutlich aufgrund offener Wiedergutmachungsfragen - für drei Monate Solingen und hält sich auch später noch öfter in Deutschland auf.
∞ Köln mit Selma Hirsch

 
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