Familienbuch Euregio

Victor Glaser
* 1861 jd Linz am Rhein    + 04.10.1939 Amsterdam
[Familienforschung] Anton u. Anita Rings, Die ehemalige jüdische Gemeinde in Linz am Rhein. Erinnerung und Gedenken, 2. Aufl., Linz am Rhein 1992, S. 187: Viktor Glaser, *1861 Linz, 1872 Progymnasium in Linz; Sohn von Joseph Glaser und Sara Simon 
[Familienforschung] Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM) 2010: Viktor Glaser, Kaufmann, geb. 1861 Linz am Rhein, gest. 4.10.1939 Amsterdam; Heirat am 5.7.1902 mit Julie Glaser
Eltern: Joseph Glaser und Sara Simon
Julie Wolff
* 12.04.1864 jd Nottuln    + 11.06.1943 Sobibor
Beruf: Pianistin, Klavierlehrerin, kaufmännische Angestellte 
[Biografie] Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM) 2010: Julie Wolff, *12.04.1864 Nottuln, Tochter von Wolf Sussman Wolff und Julie Lehmann; ihre Mutter starb im Wochenbett. Nach dem Zeugnis ihres Sohns Werner Wolfgang war Julie Glaser zeitweise Schülerin von Clara Schumann, sie studierte Klavier bis zur Konzertreife. Ob sie öffentlich auftrat, ist nicht belegt, wohl aber, dass sie ihrerseits später Klavierschüler hatte. Außerdem hatte sie eine Buchhalterlehre absolviert. Bis zu ihrer Heirat im Jahr 1902 lebte sie in Amsterdam und arbeitete dort im Warenhaus Maison de Bonneterie. Mit ihrem Mann Viktor Glaser, der Kaufmann war und aus Linz am Rhein stammte, zog sie nach Köln. Sie bekamen zwei Söhne: Georg Glaser 1908, der Fotograph und Journalist wurde, und Werner Wolf Glaser 1913, der Komponist wurde. Die Glasers, die jüdischer Herkunft waren, flohen im August 1939 in die Niederlande, nachdem sich der jüngere Sohn schon 1933 nach Frankreich abgesetzt hatte. Sie ließen sich in Amsterdam nieder, wo Viktor Glaser am 4. Okt. 1939 im Alter von 78 Jahren starb. Im Mai 1940 wurden die Niederlande durch deutsche Truppen besetzt. Julie Glaser und ihr Sohn Georg wurden in das Lager Westerbork deportiert. Von hier aus wurde Julie Glaser am 11. Juni 1943 ins Vernichtungslager Sobibor deportiert; Sohn Georg kam ein knappes Jahr später ins KZ Auschwitz. 
[Gedenkbuch] Julie Julchen Glaser geb. Wolff, *12.04.1864 Nottuln / Münster in Westfalen; wohnhaft in Köln und Nottuln; Emigration im August 1939 in die Niederlande; deportiert ab Westerbork nach Sobibor, umgekommen am 11.6.1943 in Sobibor; für tot erklärt 
[JewishMonument] Julchen Glaser-Wolff, *12.4.1864 Nottuln; Heirat 1902 in Nottuln mit Victor Glaser; Imigration im August 1939 von Köln nach Amsterdam; wohnhaft in Haarlemmermeerstraat 100, Amsterdam; umgekommen am 11.6.1943 in Sobibor 
[YadVashem] Julie Glaser geb. Wolff, *12.04.1864 Nottuln in Westfalen; Pianistin, wohnhaft in Köln, während des Krieges in Amsterdam; 1942 deportiert von Amsterdam; Ehefrau von Victor Glaser; Tochter von Wolf Wolff und NN Rosenthal; Gedenkblatt 1988 eingereicht von ihrem Sohn Werner Wolf Glaser, Västerås, Schweden 
Opfer der Shoa 
Eltern: Wolf Sussman Wolff und Julie Lehmann
Link: LexM: Julie Glaser
  05.07.1902 Nottuln
[Familienforschung] Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM) 2010, Heirat am 5.7.1902 zwischen Viktor Glaser und Julie Wolff 
2 Kinder
Georg Glaser
* 25.03.1908 jd Köln    + 03.05.1944 Auschwitz
Beruf: Fotograph, Journalist 
[Familienforschung] Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM) 2010: Georg Glaser, *25.03.1908 Köln, Fotograph, Journalist; umgekommen 1944 in Auschwitz 
[Gedenkbuch] Georg Glaser, *25.3.1908 Köln, wohnhaft in Köln; Emigration in die Niederlande; 1944 deportiert ab Westerbork nach Auschwitz; umgekommen am 3.5.1944 in Auschwitz 
[JewishMonument] Georg Glaser und seine Familie, im Februar 1941 wohnhaft in Haarlemmerstraat 100 III, Amsterdam: Georg Glaser, *25.3.1908 Köln, Fotograph, umgekommen am 3.5.1944 in Auschwitz, Familienvorstand; Grete Adelheid Glaser-Rothschild, *7.9.1913 Düsseldorf, umgekommen am 20.5.1944 in Mitteleuropa, Ehefrau 
[YadVashem] Georg (Georges) Glaser, *25.4.1908 (!) Köln, Fotograph, wohnhaft in Köln, während des Krieges in Amsterdam; 1942 deportiert von Amsterdam; Sohn von Victor Glaser und Julie Wolff; Gedenkblatt 1988 eingereicht von seinem Bruder Werner Wolf Glaser, Västerås, Schweden 
Opfer der Shoa
mit Grete Rothschild
Werner Wolf Glaser
* 14.04.1913 jd Köln    + 29.03.2006 Västerås
Beruf: Komponist, Kunsthistoriker, Musikschuldirektor, Dirigent 
[Biografie] Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM) 2010: Werner Wolf Glaser, *14.04.1913 Köln, +29.03.2006 Västerås; Komponist, Musikschuldirektor, Dirigent, Pianist, Dichter, Kritiker. Im Jahr 1929, als 16jähriger, bestand er an der Kölner Musikhochschule die Aufnahmeprüfung und wurde in die Kapellmeisterklasse von Carl Emil Theodor Ehrenberg aufgenommen. Zu Glasers wohl entscheidenden Wegbereitern als Komponist ist sein damaliger Lehrer Philipp Jarnach zu rechnen. Im November 1931 erhielt Glaser am Chemnitzer Opernhaus eine Volontariatsstelle als Korrepetitor, die er jedoch bereits im Februar 1932 aufgrund seiner jüdischen Herkunft verlor. In Köln verdiente er sich sein Geld als Chorleiter, ehe er am 9. Apr. 1933 Deutschland für immer verließ. Nach einjährigem Aufenthalt in Frankreich, wo auch seine erste Klaviersonate entstand, finanzierte ihm der dänische Querflötist Johan Bentzon Anfang August 1934 die Flucht nach Dänemark. Er erhielt aus einem Fonds für intellektuelle Flüchtlinge, welchen der Nobelpreisträger Niels Bohr ins Leben rief, ein dreijähriges Stipendium. In diesen Jahren schuf Glaser eine stattliche Reihe von Werken, darunter drei Sinfonien, zwei Streichquartette und sechs Klaviersonaten. Im Jahr 1939 gründeten Irene Skovgaard und Glaser die Volksmusikschule in Lyngby bei Kopenhagen. 1940 wurde Dänemark von deutschen Truppen besetzt. In einer waghalsigen Flucht setzte die nun mittlerweile fünfköpfige Familie Glaser am 6. Okt. 1943 mit einem Fischerboot über den Sund von Helsingör nach dem schwedischen Höganäs über. Zusammen mit Gunnar Axén gründete Glaser im Jahr 1945 die Musikschule in Västerås, die sich während seiner Amtszeit bis 1975 zur größten Musikschule Schwedens entwickelte. Werner Wolf Glaser hinterließ eine kompositorische Gesamtproduktion von 560 Werken, darunter 13 Sinfonien, 14 Streichquartette, 6 Opern, eine große Anzahl von Kammermusik in verschiedensten Besetzungen sowie Chorwerke. Zählt man seine musikpädagogischen und therapeutischen Werke hinzu, kommt man auf eine Gesamtwerkzahl von knapp 1.000 Kompositionen. Werner Wolf Glaser, der für seine Leistungen für das schwedische Musikleben im Jahre 1993 vom schwedischen König Carl XVI. Gustav die Verdienstmedaille der Königlichen Musikakademie Stockholm überreicht bekam, starb am 29. März 2006 in Västerås, Schweden.
mit Renate Eiser
Link: Wikipedia: Werner Wolf Glaser
Link: LexM: Werner Wolf Glaser

 
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